Holz mit Lack oder Öl behandeln? - Unterschiede auf einem Blick

Holzöl wird zum Schutz auf eine Holzoberfläche aufgetragen

Holz im Innenraum lässt sich mit Lacken oder Ölen schützen und veredeln. Doch welches System eignet sich für welche Oberfläche? Hier erfahren Sie, wie sich Lack und Holzöl unterscheiden, wie beide Systeme wirken und worauf es bei Verarbeitung und Pflege ankommt.

Kurz gesagt: Lack bildet eine geschlossene Schutzschicht auf dem Holz. Öl zieht in die Poren ein, schützt von innen und bewahrt die natürliche Haptik.

Lack: Schutz auf der Oberfläche

Widerstandsfähiger Oberflächenfilm, verschiedene Glanzgrade und unkomplizierte Reinigung – bei Beschädigungen jedoch aufwendiger zu renovieren.

Öl: Schutz aus dem Holz heraus

Offenporiger Schutz mit natürlicher Optik und Haptik, geringer Verbrauch und partiell reparierbar – dafür regelmäßig aufzufrischen.

Lacke: widerstandsfähige Schutzschicht auf dem Holz

Schematische Darstellung einer mit Lack versiegelten Holzpore
  • bilden eine widerstandsfähige Schutzschicht auf dem Holz
  • ermöglichen Oberflächen von matt bis glänzend
  • schränken Diffusion und Atmungsaktivität durch den Lackfilm ein
  • eignen sich für maßhaltige Bauteile
  • erfordern auf inhaltsstoffreichen und exotischen Hölzern häufig eine Grundierung
  • sind in der Regel nicht partiell reparierbar
  • Verbrauch: etwa 100–120 g/m² je Auftrag
  • Aufträge: meist zwei bis drei, abhängig von System und Beanspruchung

Lacke bilden nach der Trocknung einen widerstandsfähigen Oberflächenfilm. Je nach Produkt entsteht eine glänzende, seidenmatte oder matte Oberfläche. Der Film versiegelt das Holz und bietet eine mechanische Schutzschicht mit vergleichsweise hoher Strapazierfähigkeit. Gleichzeitig wird die Atmungsaktivität des Holzes eingeschränkt.

Wird die Lackschicht beschädigt, kann das darunterliegende Holz freigelegt werden. Durch Kratzer eindringendes Wasser kann unschöne Grauverfärbungen verursachen. Für eine fachgerechte Renovierung muss die Lackoberfläche deshalb häufig vollständig abgeschliffen und neu aufgebaut werden.

Lacke sind als Klar- oder Buntlack sowie auf wasser- oder lösemittelhaltiger Basis erhältlich. Wasserlacke weisen üblicherweise einen niedrigeren VOC-Gehalt auf. Zusätzlich werden Lacke nach Verarbeitung und Einsatzgebiet unterschieden, beispielsweise als Parkett-, Spritz- oder Tauchlack.

Ein Lackaufbau ist in der Regel aufwendiger als eine Ölbehandlung. Je nach System und Einsatzbereich sind zwei bis drei Aufträge mit jeweils ungefähr 100–120 g/m² erforderlich. Der Lack kann gestrichen, gerollt oder gespritzt werden.

Lackierte Flächen sind einfach zu reinigen: Regelmäßiges Abstauben und nebelfeuchtes Wischen genügen meist. Bei versiegelten Holzfußböden kann gelegentlich ein geeignetes Parkett-Polish aufgetragen werden, um den Schutzfilm zu erhalten.

Öle: offenporiger Schutz von innen

Schematische Darstellung einer mit Holzöl geschützten Holzpore
  • dringen in das Holz ein und schützen es von innen
  • bleiben diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und atmungsaktiv
  • bieten eine gute Beständigkeit gegen Schmutz und Flüssigkeiten
  • eignen sich auch für nicht maßhaltige Bauteile, da sie nicht reißen oder abblättern
  • lassen sich auf nahezu allen Holzarten einsetzen
  • betonen Farbe und Maserung und bewahren die natürliche Haptik
  • sind einfach und partiell renovierbar
  • Verbrauch: etwa 20–40 g/m² je Auftrag, abhängig vom System
  • Aufträge: meist ein bis zwei, abhängig von Öl und Saugfähigkeit
  • benötigen eine regelmäßige Auffrischung

Öle auf Naturölbasis bilden keinen geschlossenen Film. Sie imprägnieren das Holz offenporig, dringen in die Poren ein und schützen von innen. Das Holz bleibt atmungsaktiv und kann aufgenommene Luftfeuchtigkeit wieder abgeben. Geölte Oberflächen besitzen meist einen niedrigen Glanzgrad und eine ausgeprägte Anfeuerung.

Weil der Schutz im Holz liegt, setzen kleinere Beschädigungen nicht sofort großflächig ungeschütztes Holz frei. Macken und Kratzer lassen sich häufig lokal anschleifen und nachölen, ohne die gesamte Oberfläche neu behandeln zu müssen.

Neben unpigmentierten Ölen gibt es Farböle. Unpigmentierte Varianten heben die natürliche Farbe und Maserung hervor; wie stark das Holz angefeuert wird, hängt auch von der Holzart ab. Außerdem unterscheiden sich Öle durch ihren Festkörperanteil. High-Solid-Öle, kurz HS-Öle, besitzen einen besonders hohen Festkörperanteil.

Holzöle sind vielseitig und unkompliziert zu verarbeiten. Mit etwa 20–40 g/m² pro Auftrag sind sie sehr ergiebig. Abhängig vom Öltyp und von der Saugfähigkeit des Holzes reichen häufig ein bis zwei Aufträge für eine gute Beständigkeit gegen Schmutz und Flüssigkeiten.

Geölte Oberflächen wirken antistatisch. Zur Reinigung genügt meist ein trockenes oder nebelfeuchtes Tuch. Böden können regelmäßig mit Mopp, Staubsauger oder Haarbesen gereinigt werden. Um die Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte die Oberfläche bei Bedarf mit einem geeigneten Pflegeöl aufgefrischt werden.

Lack oder Öl im direkten Vergleich

Kriterium Lack Öl
Schutzprinzip geschlossener Film auf der Oberfläche offenporige Imprägnierung im Holz
Optik von matt bis glänzend natürlich, meist matt und anfeuernd
Haptik Holzstruktur weniger direkt spürbar natürliche Holzstruktur bleibt spürbar
Renovierung meist vollflächiger Neuaufbau erforderlich häufig partiell anschleif- und nachölbar
Pflege leicht zu reinigen, geringe laufende Pflege leicht zu reinigen, regelmäßige Auffrischung sinnvoll
Verbrauch ca. 100–120 g/m² je Auftrag ca. 20–40 g/m² je Auftrag

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