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Holz im Innenraum lässt sich mit Lacken oder Ölen schützen und veredeln. Was die beiden Systeme voneinander unterscheidet, wie sie wirken und worauf es bei der Verarbeitung ankommt, erfahren Sie hier.

 

Lacke – liegen auf der Oberfläche auf

  • bildet auf dem Holz eine widerstandsfähige Schutzschicht
  • Optik von matt bis glänzend möglich
  • Diffusion und Atmungsaktivität durch Lackfilm eingeschränkt
  • für maßhaltige Bauteile
  • auf stark inhaltsstoffreichen und exotischen Hölzern meist vorherige Grundierung erforderlich
  • partielle Reparatur nicht möglich
  • Zirka 100–120 g/m² je Auftrag
  • 2–3 Aufträge (je nach Anwendung/Beanspruchung der Oberfläche)

Lacke erzeugen nach ihrer Trocknung je nach gewähltem Glanzgrad einen glänzenden, seidenmatten oder matten und widerstandsfähigen Oberflächenfilm. Dieser „versiegelt“ das Holz, liegt auf der Oberfläche auf und bildet eine mechanische Schutzschicht. Dadurch zeichnen sich Lacke durch relativ hohe Strapazierfähigkeit aus. Die Atmungsaktivität des Holzes wird jedoch eingeschränkt.    

Wird die Lackschicht später beschädigt, liegt ungeschütztes Holz frei und durch Kratzer kann Wasser eindringen. Eine unschönen Grauverfärbungen ist meist die Folge und die Lackoberfläche muss vollflächig abgeschliffen werden.

Die Lacke gibt es als Klar- und Buntlack sowohl auf wässriger als auch auf lösemittelhaltiger Basis. Der Umwelt zuliebe bieten sich Wasserlacke mit niedrigem VOC-Gehalt an. Zudem werden Lacke auch nach ihren Appilkations- und Einsatzbereichen differenziert, z. B. Parkettlack, Spritzlack, Tauchlack usw.

Generell ist ein Lackanstrich aufwendiger als die Verwendung eines Öls und das Holz wird seiner haptischen Eigenschaften beraubt. Er besteht im Regelfall aus zwei bis drei Anstrichen und wird je nach System- und Einsatzbereich mit je 100-120 g/m² gestrichen, gerollt oder gespritzt.

Lackierte Möbel haben die Eigenschaft, dass sie Staub quasi magisch anziehen. Das Pflegen und Reinigen der lackierten Oberfläche ist hingegen einfach: Mopp, Besen, Staubwischen und ein nebelfeuchtes Wischen genügen. Bei versiegelten Holzfußböden sollte gelegentlich ein Parkett-Polish aufgetragen werden, damit sich ein schützender Film bildet.

 

Öle - schützen das Holz von innen

 Holzoberfläche geölt, Oberflächenschutz

  • ziehen in das Holz ein und schützen es von innen
  • sind diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und atmungsaktiv
  • gute Resistenz gegen Flüssigkeiten
  • für nicht maßhaltige Bauteile geeignet (reißt, blättert und schuppt nicht)  
  • auf nahezu allen Holzarten einsetzbar 
  • feuern das Holz an, natürliche Optik und Haptik
  • einfach und partiell renovierbar
  • äußerst ergiebig, ca. 20-40 g/m² je Auftrag (je nach System)
  • 1–2 Aufträge ausreichend (je nach Saugfähigkeit des Holzes)
  • regelmäßige Auffrischung notwendig

    Öle auf Naturölbasis bilden keinen geschlossenen Film auf der Oberfläche, sie stellen vielmehr eine offenporige Imprägnierung dar. Die Öle dringen tief in die Poren ein und schützen das Holz von innen. Das Holz bleibt atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend: Aufgenommene Luftfeuchtigkeit kann wieder abgegeben werden, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Der Glanzgrad ist eher niedrig und die Anfeuerung hoch.

    Da der Schutz von innen kommt, setzen beschädigte Stellen kein ungeschütztes Holz frei. Kleinere Macken oder Kratzer können leicht angeschliffen und neu eingelassen werden, ohne dass die ganze Oberfläche neu behandelt werden muss.

    Es gibt Farböle und unpigmentierte Öle. Letztere heben die natürliche Farbe und Maserung des Holzes hervor. Der Grad der Anfeuerung richtet sich nach der verwendeten Holzart. Außerdem unterscheidet man die Öle nach ihren Festkörperanteil. In den letzten Jahren wächst der Trend hin zu High-Solid Ölen mit einem Festkörperanteil von nahezu 100%.

    In der Anwendung erweisen sich Öle als universell und vor allem recht unkompliziert. Sie können auf nahezu allen Holzarten verarbeitet werden und sind mit 20-40 g/m² je Auftrag sehr ergiebig. Je nach Öl-Typ reichen bereits ein bis zwei Ölaufträge aus, um eine hervorragende Beständigkeit gegen Schmutz und Flüssigkeiten zu erreichen.

    Geölte Oberflächen wirken antistatisch. Zur Reinigung geölter Oberflächen reicht das Abstauben mit einem trockenen oder gegebenenfalls nebelfeuchten Tuch. Böden sollten regelmäßig mit einem Mopp, Staubsauger, Haarbesen gereinigt werden. Um die Schutzwirkung der Behandlung zu sichern, sollte die Oberfläche gelegentlich mit einem speziellen Pflegeöl aufgefrischt werden.

    Fazit: Jedes Holz braucht ein geeignetes Finish, das die Oberfläche schützt. Ob man dafür ein Lack oder Öl nehmen soll, ist eine reine Glaubens- und Geschmacksfrage. Wer geschlossen-porige Oberfläche bevorzugt und zwischen einem hohen, mittleren oder niedrigen Glanzgrad wählen möchte, wählt am besten einen filmbildenden Lack. Wer hingegen offenporige, atmungsaktive und reparaturfreundliche Oberflächen mit natürlicher Optik und Haptik wünscht, wählt am besten ein Öl. Die Oberflächenvorbereitungen gleichen sich allerdings und sollten stets sauber ausgeführt werden, um ein optimales Oberflächenergebnis zu erzielen.